Antrag vom 19.10.2026
Beschlussvorschlag:
Der Stadtrat der Landeshauptstadt Saarbrücken beschließt:
- Die Stadtverwaltung wird beauftragt, innerhalb von sechs Monaten einen Entwurf für ein
gesamtstädtisches, tierschutzgerechtes Stadttaubenkonzept auf Grundlage des Augsburger
Modells vorzulegen. Dieses soll insbesondere den Bestand und die Verteilung der
Stadttauben, den Bedarf an betreuten Taubenschlägen, geeignete Standorte, verbindliche
Betreuungsstandards, den Eieraustausch, Finanzierungsmöglichkeiten sowie einen zeitlich
gestuften Umsetzungsplan umfassen. - Zur Erarbeitung des Konzepts wird ein Runder Tisch unter Beteiligung der Stadtverwaltung,
des Stadttaubenvereins Saarbrücken, weiterer sachkundiger Tierschutzorganisationen und
unabhängiger Fachleute eingerichtet. Die zuständige Veterinärbehörde soll zur fachlichen
Mitwirkung eingeladen werden. - Die Verwaltung wird gebeten, dem Stadttaubenverein eine unabhängige, professionell
moderierte Konfliktvermittlung anzubieten, um Möglichkeiten einer künftigen Zusammenarbeit
auszuloten. Die Teilnahme erfolgt freiwillig und ergebnisoffen. - Angesichts der für 2027 angekündigten Bauarbeiten am Parkdeck Rathaus wird die
Verwaltung beauftragt, frühzeitig einen geeigneten Ersatzstandort und einen fachlich
abgestimmten Übergangsplan zu prüfen und dem zuständigen Ausschuss vorzustellen. - Bis zur Vorlage des Gesamtkonzepts berichtet die Verwaltung dem zuständigen Ausschuss
vierteljährlich über den Zustand und die Versorgung der bestehenden Taubenschläge, den
Fortschritt der Standortsuche und die Umsetzung notwendiger Verbesserungen.
Begründung:
Die jüngste Berichterstattung von Saarländischem Rundfunk und Saarbrücker
Zeitung verdeutlicht den Handlungsbedarf beim Saarbrücker Stadttaubenmanagement.
Neben den unterschiedlichen Bewertungen der Umsiedlung vom Lampertshof besteht ein
erheblicher Konflikt zwischen der Stadtverwaltung und dem langjährig engagierten
Stadttaubenverein.
Eine nachhaltige Lösung erfordert sowohl die Klärung der Zusammenarbeit als auch eine
fachlich fundierte Weiterentwicklung des gesamten Stadttaubenmanagements.
Das Augsburger Modell verbindet artgerechte Versorgung, kontrollierten Eieraustausch und
Stadthygiene. Voraussetzung für seine Wirksamkeit sind ausreichend geeignete, dauerhaft
betreute Standorte und eine konsequente Erfolgskontrolle.
Ziel des Antrags ist es, die bestehende Auseinandersetzung in einen konstruktiven Prozess
zu überführen und langfristig wirksame Lösungen für Menschen und Tiere zu schaffen.
Mit freundlichen Grüßen
Sarah Maurer


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