Wirtschaftspolitik, Industrie und struktureller Wandel

Das Saarland als einst montanindustrieller Wirtschaftsstandort leidet abermals unter einer monostrukturellen und geographischen Sondersituation, die gekennzeichnet ist durch

  • die Dominanz fossil betriebener Industriezweige, insbesondere in den Bereichen Automobilproduktion und -zulieferung sowie der Stahlindustrie,
  • eine räumliche Sonderposition am Rande der Bundesrepublik und zugleich im Herzen Europas (»Großregion SaarLorLux«),
  • eine große Abhängigkeit von Konzernen und Firmen außerhalb des Saarlandes »verlängerte Werkbank« und
  • die direkte Nähe zu Niedriglohnregionen wie Lothringen und Hochlohnländern wie Luxembourg.

Diese Merkmale sind Fluch und Segen zugleich im Wettbewerb der Regionen.

Aktuell stellen uns die hohen Energiepreise und der Fachkräftemangel auf allen Ebenen des Wirtschafts- und Verwaltungswesens vor eine besondere Herausforderung. Wir brauchen Planungssicherheit in der Wirtschaft und insbesondere qualifizierte Mitarbeiter*innen, um die notwendige Transformation der Saarwirtschaft hin zu einer diversifizierten, nachhaltigen Industrie- und Dienstleistungsgesellschaft zu bewältigen.

Wir brauchen gezielte Anreize zur Ansiedlung neuer, nachhaltigkeitsorientierter Start-Ups und Unternehmen sowie mehr Unterstützung bei der Umorientierung vorhandener Betriebe auf soziale und ökologische Nachhaltigkeitskriterien. Wir brauchen eine Stärkung moderner und innovativer Ansätze im Handwerk. Und wir brauchen Innovationsförderung in Richtung Sozialunternehmertum, Ressourcenschonung und Kreislaufwirtschaft.

Unsere Ziele sind attraktive Arbeitsplätze in zukunftsfähigen Sektoren und mehr nachhaltigkeitsorientierte Akzente in den Bereichen Bildung, Forschung und Entwicklung. Die bisher das Saarland prägende »verlängerte Werkbank« von Unternehmen aus anderen Regionen bietet zu wenig Zukunftsperspektive. Gerade der Mittelstand und das saarländische Unternehmertum brauchen eine Stärkung und Rückendeckung. bunt.saar setzt sich daher für folgende Ziele ein:

  • den Abschied von der Ausrichtung der Industrie auf den Verbrennungsmotor,
  • die Neuausrichtung auf Elektromobilität, Energiewirtschaft auf Basis regenerativer Energien unter Ausweitung und Nutzung der im Saarland existierenden Potenziale insbesondere in den Bereichen Solar- und Windenergie,
  • eine engere Zusammenarbeit innerhalb der Großregion unter Nutzung der Chancen im Herzen Europas,
  • die Aufwertung des Standorts durch Aufbau einer alternativen Verkehrsinfrastruktur mit Bussen und Bahnen, Fahrradverkehr sowie einer internationalen Fluganbindung über Luxemburg-Findel sowie
  • den weiteren Ausbau qualitativer und nachhaltiger touristischer Angebote (siehe auch Nachhaltiger Tourismus).

Dazu zielt bunt.saar auf folgende Maßnahmen ab:

  • die Förderung der Kreislaufwirtschaft zur Reduzierung des Ressourcenverbrauchs,
  • die Qualifizierung von Fachkräften für Industrie, Handwerk, Handel und Dienstleistungen sowie für die Verwaltung,
  • eine sozial-ökologische Beschaffungspraxis und Ausrichtung von (globalen) Lieferketten an sozial-ökologischen Kriterien,
  • die Ansiedlung von nachhaltig agierenden Unternehmen im Recyclingsektor, im Handwerk oder von Sozialunternehmen (social entrepreneurship),
  • die Bereitstellung alt-industrieller Flächen statt der Inanspruchnahme von Wald- und Landwirtschaftsflächen für Gewerbe- und Industrieansiedlungen.

Aus Sicht von bunt.saar sind die Grenzen des Wachstums überschritten. Wir leben auf Pump zu Lasten nachfolgender Generationen. Der Erdüberlastungs-Tag kommt jährlich früher.


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