Ernährungswende, solidarische Erzeugung und Tierwohl

Nachhaltige Ernährung und Landwirtschaft bieten enorme Chancen für den Klima- und Artenschutz. Immer mehr Menschen möchten umweltfreundlich und gesund essen, und immer mehr Landwirt*innen möchten auch so produzieren. bunt.saar möchte sie dabei unterstützen. Unser Ziel ist es, den Anteil vollwertiger, saisonaler, regionaler, pflanzlicher, ökologisch und fair produzierter Lebensmittel im Saarland zu erhöhen und für alle besser verfügbar zu machen. Dabei setzen wir insbesondere auf regionale Zusammenarbeit und größere Wertschätzung für Landwirt*innen, auf Bildung und Beratung. Außerdem setzen wir auf sozial gerechte Unterstützung von Betrieben, die beabsichtigen, ihre ökologischen Standards zu erhöhen, mehr für die Biodiversität zu tun, ihren Tierschutz zu verbessern oder auf einen bio/veganen Anbau umzusteigen. Auch außerhalb der Landwirtschaft möchten wir uns für das Wohl der Tiere stark machen. Deren eigene Interessen und Bedürfnisse sollten so weit wie möglich berücksichtigt werden.

Zukunftsfähige Landwirtschaft: bunt.saar möchte sich dafür einsetzen, dass die Landwirtschaft im Saarland Natur, Tiere und Klima schont, gut mit den jetzt schon unausweichlichen Klimaveränderungen umgeht und ein attraktiver und wertgeschätzter Arbeitsplatz bleibt. Genau dafür sollen auch öffentliche Gelder zur Agrarförderung im Saarland eingesetzt und zusätzlich landeseigene Mittel bereitgestellt werden, um insbesondere auch kleineren Betrieben einen Umbau in Richtung Nachhaltigkeit und einen Umstieg auf bio/vegane Landwirtschaft zu erleichtern. Das Ziel ist, bis 2027 30 % der Fläche biologisch zu bewirtschaften. Auch will bunt.saar den Anbau von Hülsenfrüchten in der Region, den Humusaufbau, die Kreislaufwirtschaft sowie die Renaturierung nicht mehr genutzter landwirtschaftlicher Flächen befördern. Kostenlose Beratungen und Schulungen sollen Landwirt*innen eine niedrigschwellige Möglichkeit bieten, sich etwa zu folgenden Themen fortzubilden: ökologische Erzeugung, alternative Anbaumethoden, pestizidfreie Schädlingsbekämpfung, Biodiversitätsförderung, Erosionsschutz und bio/vegane Landwirtschaft. Generell will bunt.saar auf politischer Ebene die Rahmenbedingungen für nachhaltige Ernährung und insbesondere die Herstellung pflanzlicher Ernährungsprodukte verbessern.

Tierschutz in der Landwirtschaft: bunt.saar möchte sich für eine Abkehr von der Massentierhaltung einsetzen. Wir möchten wegkommen von qualvoller Turbo-Zucht auf Höchstleistung. Tierquälerische Transporte und schmerzhafte Maßnahmen wie die Anbindehaltung sollen nicht länger erlaubt sein. Wir setzen uns ein für

  • großzügige Einstreu-Bereiche und Beschäftigungsmaterial in allen Ställen
  • eine Reduktion der Tierbestände durch eine Obergrenze von 1,5 GVE/ha auf Landkreisebene,
  • unangekündigte Kontrollen und Sanktionierung von tierquälerischen Praktiken in der Landwirtschaft und
  • eine Abgabe auf Fleisch aus Massentierhaltung, damit hohe Folgekosten durch Antibiotika-Resistenzen auf Fleisch und andere Umweltfolgen aufgefangen werden.

Regionale und faire Erzeugung sowie Direktvermarktung: bunt.saar möchte langfristige, auf fairen Interessenausgleich angelegte Kooperations- und Abnahmebeziehungen zwischen Unternehmen, Handel und Verbraucher*innen unterstützen und fördern. Langfristig setzen wir uns ein für gemeinsame Planungen, Festpreismodelle oder langfristige Vertragsbeziehungen. Dadurch lassen sich Risiken in den stark schwankenden Lebensmittelmärkten vermindern und die regionale Herstellung und Direktvermarktung stärken. Für regionale Vermarktung und kurze Wege möchten wir saarländische Hofläden unterstützen und ausbauen. Kooperationen für Direktvermarktung mit Bioläden und anderen Geschäften mit Regionalwaren möchten wir stärken.

Lebensmittelverschwendung: bunt.saar möchte eine Rechtsverordnung erlassen, welche sich auf das novellierte Kreislaufwirtschaftsgesetz und die dort verankerte Obhutspflicht stützt. Demnach müssen die Produktverantwortlichen eine Gebrauchstauglichkeit von Erzeugnissen erhalten, so dass diese nicht zu Abfall werden. Diese Pflicht umfasst auch Lebensmittel. Dementsprechend setzt bunt.saar sich für ein Wegwerf-Verbot von Lebensmitteln für den Handel ein und dafür, dass sie stattdessen gespendet werden.

Gemeinschaftsverpflegung: bunt.saar möchte klimafreundliche, faire, vielfältige und gesunde Lebensmittel für alle Menschen besser zugänglich machen. Wir machen uns dafür stark, dass in allen Kantinen in öffentlicher Hand

  • stets auch vegane Gerichte angeboten werden, die nicht teurer sind als die Fleischgerichte, und
  • ein Bio-Anteil von 30% erreicht wird.

Außerdem möchte bunt.saar

  • die Gründung und Arbeit von Initiativen fördern, welche die Gemeinschaftsverpflegung durch aktive und langfristige Beratung verbessern und Gastronomiebetriebe beim Anbieten nachhaltiger Gerichte unterstützen wollen;
  • regionale Hersteller*innen mit regionalen Gastronom*innen zusammenbringen und so den regionale Hersteller*innen neue Absatzmärkte erschließen;
  • auf Bundesebene für die steuerliche Begünstigung pflanzlicher Lebensmittel eintreten.

Bildung: bunt.saar möchte den Tierschutz sowie gesunde und nachhaltige Ernährung auch in die Lehrpläne allgemeinbildender Schulen integrieren. Fördern möchten wir außerdem etwa Tierschutzlehrprojekte, Schulgärten und nachhaltige Kochkurse in Schulen und Kitas.

Landestierschutzbeauftragte*r: bunt.saar möchte das Amt der Landesbeauftragten für Tierschutz stärken, indem wir es mit mehr Kompetenzen und Befugnissen ausstatten, die über eine rein beratende Funktion hinausgehen.

Tierversuchsfreie Forschung: Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) erklärte als langfristiges Ziel, Tierversuche komplett zu ersetzen. Diesem Ziel schließen wir uns an und setzen uns für eine grundsätzlich tierversuchsfreie Forschung im Saarland ein. Um moderne, zuverlässige und leidfreie Verfahren zu etablieren und zu erweitern, möchten wir einen Förderetat für tierversuchsfreie Forschung einrichten. Gelder, die bisher in Tierversuche investiert werden, sollen für die Entwicklung und Anwendung von tierversuchsfreien Methoden umgewidmet werden. So sollen etwa Forschungsprojekte an oder mit tierfreien Alternativmethoden oder Kollaborationen mit Firmen, die tierfrei arbeiten, stärker unterstützt werden. Langfristig möchte sich bunt.saar an der Universität des Saarlandes für die Einrichtung einer Professur für tierversuchsfreie Forschung einsetzen.


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